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Ist der Jubel über die zehnte Leitzins-Erhöhung der EZB berechtigt?

EZB-Chefin Christine Lagarde hat allen Grund, mit einem breiten Grinsen und einem Gefühl der Genugtuung ins Wochenende zu gehen - denn die oberste Währungshüterin von Europa ist der neue Liebling der Finanzmärkte: Als „mutiger“ Schritt wurde die erneute Erhöhung der Leitzinsen am Donnerstag in der Presse kommentiert, als starkes Zeichen gegen die ausufernde Inflation. Nachdem die EZB jahrelang gezögert hat, so zumindest die Einschätzung vieler Beobachter, gewinnt sie mit kraftvollen Entscheidungen nun endlich die Kontrolle über die Inflation zurück. Oder wie es die Zeitschrift „Capital“ geradezu heldenhaft beschreibt: „Lagarde erstürmt den Zinsgipfel“.

In der Tat war das, was Christine Lagarde am Donnerstag bekannt gab, eine Überraschung. Die Mehrzahl der Akteure an den Finanzmärkten hatten damit gerechnet, dass die EZB zumindest eine Zinspause, wenn nicht gar einen Ausstieg aus der Politik der Leitzins-Erhöhungen bekanntgibt. Zu groß waren die Gefahren für die Wirtschaft, denn durch hohe Inflation und ebenso hohe Zinsen halten die Menschen ihr Geld zusammen und geben es nicht mehr aus - und immer mehr Bürger sind schlichtweg nicht mehr in der Lage, größere Anschaffungen zu tätigen.

Doch kurz vor der Stunde der Wahrheit im EZB-Direktorium wurden neuen Inflationsdaten bekannt. Demnach wird die Inflation im Euroraum nach Einschätzung der Zentralbank langsamer zurückgehen als bisher prognostiziert - im Jahresdurchschnitt 2023 sollen es nun 5,6 Prozent, nachdem die EZB im Juni noch mit 5,4 Prozent gerechnet hat. Auch für 2024 und 2025 wurden die Prognosen angehoben, für 2024 rechnet die EZB mit einer Inflation von 3,2 statt 3,0 Prozent und für 2025 mit 2,2 statt 2,1 Prozent - sie hätte dann ihr Ziel erreicht, die Inflation auf das Niveau um zwei Prozent zurück zu bringen.

Ganz so heldenhaft scheint die Entscheidung, die Leitzinsen zum zehnten Mal in Folge zu erhöhen, bei näherer Betrachtung allerdings nicht - und ein Befreiungsschlag ist der Zinsrekord mitnichten. Die EZB steht seit vielen Jahren mit dem Rücken zur Wand. Zwischen 2016 und 2020 erhöhte sie in kleinen Trippelschritten und viel zögerlicher als ihr Gegenpart in den USA, die Federal Reserve, die Leitzinsen in Europa. Dann kam Corona und damit eine Rolle Rückwärts in der Zinspolitik. Auf eine fast zweijährige Nullzins-Phase folgte ein ruckartiger Ausstieg - und die Leitzinsen in Europa wurden nach oben katapultiert.

Dieses geldpolitische „Hin-und-her“ hat seine Spuren hinterlassen: Die europäische Konjunktur lahmt und nachdem Deutschland längst in einer Rezession steckt, taumeln immer mehr Volkswirtschaften in Europa. Eigentlich müsste die Notenbank die Leitzinsen senken, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Kreditvergabe zu stimulieren. Weil die Inflation jedoch weiterhin auf hohem Niveau bleibt, kann sich die EZB eine erneute Zinswende nicht leisten.

 

Während die Europäische Zentralbank die Märkte mit der erneuten Zinserhöhung überrascht hat, bleibt sie ansonsten bei ihrer altbekannten Rhetorik des Klein- und Schönreden. So geht die EZB in ihrer neuesten Vorhersage davon aus, dass die Wirtschaft in der Eurozone bis Jahresende um 0,7 Prozent wachsen wird. Zwar waren ursprünglich noch 0,9 Prozent prognostiziert, doch am Ende des Tages sind beide Zahlen kein Grund zum Jubeln. Anders bei der EZB: Sie meint, dass es im kommenden Jahr noch besser wird, dann soll das Bruttoinlandsprodukt um 1,0 Prozent wachsen - die Juni-Prognose von 1,5 Prozent scheint vergessen. Frühestens 2025 geht die EZB von einer Rückkehr zur Normalität aus - das bedeutet einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent im Euroraum.

Die Rechnung für das größte geldpolitische Experiment der Menschheitsgeschichte zahlen jedoch seit vielen Jahren – und auch künftig – wir alle. Durch den neuen Leitzins-Rekord werden Kredite noch teurer, Festgeld-Sparangebote wie Tagesgeldkonten werfen aber nicht automatisch höhere Zinsen ab. Denn die meisten Banken geben den Zinsvorteil nicht an ihre Kunden weiter und speisen sie mit mickrigen Zinsen von 0,5 Prozent oder maximal einem Prozent ab – dabei verlieren Sparer durch die hohe Inflation einen Teil ihres Geldes. Und sie zahlen dank der Kerninflation, die deutlich über der offiziell gemeldeten Teuerungsrate liegt, weiterhin beim Kauf an der Supermarktkasse drauf.

Was ist ihre Meinung? Hätte die EZB aus der Politik der Leitzins-Erhöhungen aussteigen sollen oder war die Entscheidung der EZB-Chefin richtig? Lassen Sie es uns wissen in den Kommentaren.

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